Research Note

Ein Berliner Handschriftenfragment der Vita Sancti Columbae Adamnani

Stefanie Bellach, Freie Universität Berlin

StefanieBellach@gmail.com

Fragmentology II (2019), 165–173, DOI: 10.24446/7zvz

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz zu Berlin (GStA PK) hält neben dem entsprechend seiner Sprengelkompe-tenz verwahrten Schriftgut Brandenburg-Preußens auch Fragmente deutscher und lateinischer Buchhandschriften, die zumeist nicht Teil der Verwaltungsüberlieferung sind und als Koperte anderer Archivalien in das Archiv kamen.1 Eines dieser Bruchstücke ist das

1 Mittelalterliche Buchhandschriften werden im GStA PK nur wenige verwahrt, obwohl sich zahlreiche Hinweise in den Beständen recherchieren lassen. Be-kannt ist, dass die preußischen Provinzialarchive nach ihrer jeweiligen Grün-dung im frühen 19. Jahrhundert intensiv die Bestände vormals säkularisierter Kloster- und mediatisierter Herrschaftsarchive in sich aufnahmen und Teile davon an das Preußische Geheime Staatsarchiv oder direkt an die Königliche Bibliothek weitergeben mussten. Dazu gehörten u. a. geistliche und literari-sche Handschriften sowie z. T. auch Urkunden, welche in der Regel jedoch an die Archive zurückgingen; die tatsächlichen Handschriften und ihr Übergang an das Preußische Geheime Staatsarchiv lassen sich in der älteren Dienst-registratur des Archivs angesichts kriegsbedingter Verluste nicht mehr nach-weisen. Eine Ausnahme bilden allerdings Koperte, welche hauptsächlich als Umschläge von Amtsrechnungen der ehemaligen ostpreußischen Ämter, aber auch von Akten aus der Registratur des Geheimen Rates, dienten. Davon ma-chen die Handschriftenfragmente, welche mit der Überlieferung des ehema-ligen Staatsarchivs Königsberg in das Archiv gelangten, den weitaus größeren Teil mit 388 liturgischen (12.–16. Jahrhundert) und 161 nicht-liturgischen Frag-menten (11.–16. Jahrhundert) aus. Diese wurden als Bestand GStA PK, XX. HA Historisches Staatsarchiv Königsberg, Handschriften aufgestellt und sind bereits katalogisiert (vgl. A. Löffler, Fragmente liturgischer Handschriften des Deutschen Ordens im Historischen Staatsarchiv Königsberg Vol. 1–4, Lüneburg et al. 2001, 2004, 2009, 2019). Weitere wenige Handschriften lassen sich auch in den als sogenannte ‚Kleine Erwerbungen‘ betitelten Reposituren nachweisen, die durch Ankauf, Abgaben, Schenkungen oder Funde ins Archiv gelangten. Diese zusammengefassten Sammlungsgüter sind zum Teil nur mittels haus-interner Findmittel erschlossen. Hinzuweisen ist auf die Bestände GStA PK,