Review

Edith Boewe-Koob, Mittelalterliche Einbandfrag-mente aus dem Stadtarchiv Villingen-Schwennin-gen (Veröffentlichungen des Stadtarchivs und der Städtischen Museen Villingen-Schwenningen, 33), Villingen-Schwenningen 2018, 2 Bände (Text und Abbildungen), 95 + 56 S. ISBN 9783939423300.

Rezensiert von Anette Löffler, Universität Würzburg

anette.loeffler@gmx.de

Fragmentology II (2019), 187–190, DOI: 10.24446/iqr1

In 2 Bänden legt die Musikwissenschaftlerin Edith Boewe-Koob die im Stadtarchiv Villingen-Schwenningen vorhandene mittelal-terliche Makulatur vor. Zunächst kurz zum Aufbau des Textbandes. Nach einer sehr knappen allgemeinen Einleitung gibt Boewe-Koob eine Einführung (S. 9–16) in die diversen Einzelheiten der Beschrei-bungsteile. Zu diesen gehören beispielsweise der Zeitpunkt der Makulierung, die Klassifikation der Trägerbände, die Angabe von Schriftarten oder Notationen. Da es sich bei der Publikation nicht um einen ausgesprochenen Fragmentkatalog handelt, sondern der Text sich außer an Fachwissenschaftler offensichtlich auch an die in-teressierte Öffentlichkeit wendet, sind diese Festlegungen durchaus sinnvoll.

Es folgen in einem Teil 1 (S. 17–53) die Beschreibungen der 47 mittelalterlichen Fragmente, von denen 44 Liturgica sind, sowie deren Trägerbände. In Teil 2 (S. 54–88) unternimmt Boewe-Koob die Einordnung der Fragmente in die liturgische Tradition. Diese Zweiteilung empfinde ich als problematisch, denn die Behandlung eines Fragments unter beiden Gesichtspunkten zugleich wäre gut möglich und zudem kompakt gebündelt gewesen. Ein Beispiel soll dies belegen. Bei Fragment Nr. 18, einem Graduale, steht in Teil 1 auf S. 31, das Fragment bestehe aus 2 Teilen [gemeint sind vordere und hintere Deckelbeklebung], wobei die Communio auf dem vorderen Deckel auf Fronleichnam deute. Wer nun in Band 2 auf S. 24 die zu-gehörigen Abbildungen anschaut, fragt sich, warum nicht auch die gut lesbare Rubrik zu Dedicatio ecclesie mit dem Introitus erwähnt